Der
Bauchtanz
(orientalischer
Tanz)
- belly dance
(engl.)
- dance du
ventre (franz.),
- Chifte Telli
(gr.),
- Rakase
(türk.)
- raks shaki
(ägypt.)
Seit
wann gibt
es Bauchtanz?
Der
Bauchtanz ist
ein von Frauen getanzter Tanz dessen Ursprung vermutlich in den alten
Fruchtbarkeitstänzen
Vorderasiens liegt.(nach dem Anthropologen Fernando Enriques,
1981)
Von hier aus verbreitete er sich durch u.a. durch Sklaventum und
Völkerwanderung
weiter. Er wurde bereits vor pharaonischer Zeit zu einem Schautanz.
Seit
dieser Zeit gelangte er durch die Jahrhunderte häufig und bis
heute
in Verbindung mit Prostitution. (Ruf einer Tänzerin ist
häufig
der einer Prostituierten, z.B. Ägypten)
Er wird
und wurde
aber auch von den Frauen verschiedenen Kulturen Nordafrikas und des
nahen
Ostens als geburtsunterstützender Tanz genutzt.
Durch
Gesang,
Wellenbewegungen und Klatschen imitieren die Frauen, auch die
Gebärende,
die natürlichen Wehenbewegungen, das Bauchrollen. So in Extase
versetzt,
kann die Schwangere ihr Kind gebären.
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Bereits
in den Reisebeschreibungen
um 1800 lassen sich Hinweise auf die Begegnung von Europäern mit
dem
orientalischen Tanz finden. Er passte nicht in deren
bewegungsunfreudiges
und steifes Frauenbild und galt als exotisch und unanständig.
Immer
beschrieben Reisende und Poeten Tänzerinnen und deren
faszinierenden
Bewegungen europäischer Tabuzonen .(Freiherr von Maltzahn,
Flaubert)
Kennzeichnend
für
den Bauchtanz sind die rhythmischen Bewegungen der Hüft- und
Bauchmuskulatur,
die sich u.a. auch „schlängelnd“ in die Arme fortsetzen..
Er wird solo
und
in Gruppen getanzt.
Welche
Tänze
stammen vom Bauchtanz ab?
Der
orientalische
Tanz gilt als die „Mutter aller Tänze“. Eine Wechselwirkung hat es
vermutlich nur mit dem indischen Tanz gegeben. Der Flamenco, Hula,
Rumba,
Samba und der Cha Cha Cha sind zum Teil auf den orientalischen Tanz
zurückzuführen.
Charleston und der Schimmy machten um 1920 Furore und sind ebenso
Abkömmlinge
des Bauchtanzes, wie der Twist aus den 60ger Jahren. Und kennt man
nicht
auch einige Bewegungen der Pop Stars von heute aus dem Bauchtanz
Repertoire?
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Wie
kam der Bauchtanz
also nach Europa?
Er
nahm
einen Umweg
über Amerika und kam 1893 über die Weltausstellung in Chicago
dorthin. Um 1900 fand er Nachahmer in den Burleske-Girl Shows. Hier
zeigten
spärlich bis gar nicht bekleidete, junge Damen erotische
orientalisch
geprägte Showtänze. Auch der Mata Hari Mythos sowie diverse
Tänzerinnen
(Mary Garden, Ruth St. Denis) und auch Hollywood taten ihr übriges.
Warum
heißt
der Bauchtanz Bauchtanz?
1880
hat
Emile Zola
in seinem Werk „Nana“ den Begriff „danse du ventre“ verwendet. Der dann
in Chicago mit Bauchtanz, also „belly dance“ übersetzt wurde.
Daher
heißt der Begriff auch folgerichtig in Deutsch: Bauchtanz.
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Was
ist Raks Shaki?(auch
raqs sharqui, raks sharki) und Orientalischer Tanz?
...ursprünglich
das gleiche wie Bauchtanz. Raks Shaki bedeutet nach Dietlinde
Karkuttli,
wie auch nach Martha im arabischen: Orientalischer Tanz. Heute
wird
so der klassische orientalische Tanz
bezeichnet, die feinere Bühnen- und Varieteversion des
orientalischen
Tanzes.
...und
was ist
Chifte Telli?
...ist das
griechische
Wort für Bauchtanz.
In der
Türkei
heißt er übrigends Rakkase.
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Wie
kam Bauchtanz
nach Deutschland?
Die
erste
orientalische
Tanzwelle in Deutschland breitete sich durch die amerikanischen
Besatzungstruppen
und deren Angehörige in den späten 60ger Jahren aus.
Mit
der
zweiten
Welle, Anfang der 80ger Jahre, trat der Tanz seinen Siegeszug in die
deutsche
Fitnessszene an. Zunächst noch unter dem Motto laufend: „Make your
husband a sultan!“(„Mach Deinen Ehemann zum Sultan“, amerikanischer
Buchtitel
in den 60ger Jahren)
Wurde
aus
dem Tanz
etwas ganz spezifisches für die moderne Frau von heute, die sich
mit
ihrem Körper und ihrer Sinnlichkeit auseinandersetzt und auf
körperliche
Fitness nicht verzichten will. |
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Wie
entwickelt
sich Bauchtanz?
Der Tanz
hat sich
weg von seinen authentischen, arabischen Wurzeln in Richtung Europa
bewegt.
In den arabischen Ländern gilt er immer noch als unschicklich. Die
arabische Doppelmoral akzeptiert nur oberflächlich die Stars der
Szene.
Eine anständige, moslimische Frau stellt sich nicht für Geld
vor Männern in einem unzüchtigen Kostüm zur Schau!
Aber auch
die Stars
der Szene orientieren sich westlich: Elemente des Balletts und des
Showtanzes
finden seit den 40ger Jahren immer mehr Einzug in den arabischen
Tanzstil.
Bauchtanz
in Jeans
und mit Hut, Westliche Hits orientalisiert oder umgekehrt sind und
Tanzstile
wie Oriental-Pop sind salonfähig geworden. Alles entwickelt sich
weiter....
Mittlerweile
emanzipieren
sich auch einige Männer und entdecken den orientalischen Tanz
für
sich. Aber auch den Bauchtanz als Männertanz gab es bereits bei
den
türkischen Tanzjungen (Köceks), vornehmlich ab dem 19.
Jahrhunderts
in Folge der Vertreibung von Tänzerinnen aus Kairo. (als Parodie
und
als echter Ersatz)
Die
Männer heute
entwickeln "emanzipiert" eine neue Art des Tanzens: Sinnlich, kraftvoll
und weich, aber nicht weiblich. Man darf gespannt sein, auf die Dinge,
die uns der orientalische Tanz noch beschert.....
interne
Links
Autorin
des Textes
ist: Constanza
E-Mail: constanza@bauchtaenzerin.de
Quellen:
1.
CD-Rom: 1.
Bibliographisches
Institut & F.A. BrockhausAG,1999, Stichwort "Bauchtanzr"
2.
CD-Rom:
"Microsoft Encarta
Enzyklopädie Plus 2000", Microsoft, 2000,
Stichwort
"Bauchtanz"
3.
Dietlinde Bedauia Karkutli, "Das Bauchtanz Buch"
4.
Martha "Anmutig und fit durch Bauchtanz", Falken Verlag 1989, S. 69-86
"Schleiertanz"/Lehrbuch
5.
Wendy Buonaventura, "Bauchtanz, die Schlange und die Sphinx",
Frauenbuchverlag
1984