| Orientalisches
Tanzlexikon |
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Schwerttanz,
Säbeltanz
Tanz
Der
Säbeltanz
oder auch der Schwerttanz soll, wenn man einigen Bauchtänzerinnen
glauben schenken will, ein Phantasietanz sein. Häufig wird als
Beispiel
für die Handwaffen tragende Frau die Amazone benannt, deren
Existenz
aber vermutlich nur ein Mythos ist. Viel näher liegt da die
Tatsache,
das in Rom Überreste einer römischen Gladiatorin mit Schwert
gefunden wurden, was den Bezug Frau und Säbel/Schwert viel
näher
legt (WAZ, siehe Quellenangabe).
Tänze
mit Waffen
gibt es genug, ob in Europa, Asien oder direkt vor unserer
Haustür-natürlich
ein paar Jahrhunderte früher:
Beim
traditionellen
schottischen Schwerttanz Gilly Callum werden
Schwerter auf den Boden gelegt, über die dann getanzt wird.
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Ähnliche
Formen
findet man auf dem Balkan und in Indien.
Der
pantomimische Moriskentanz
war vom 15. Jahrhundert bis zum 17. Jahrhundert stark in Europa
verbreitet.
Die Vermutung liegt nahe, dass sein Ursprungsland Spanien ist.
Nabila
Shams el Din
führt in ihrem Buch verschiedene Bezüge zu Tänzen mit
diesen
Waffen her:
Die Zgara in
Tunesien tanzen noch zum Teil mit dem Schwert.
Ein
Beduinen
Bräutigam übereicht bei einigen Stämmen der Braut einen
Säbel, was symbolisch für die Erhaltung der
Familienehre
steht.
In
Palästina
habe es den Tanz "samer" gegeben, bei eine Verschleierte den Säbel
hielt. Im persischen Tanz gehörte der Säbeltanz zu den
Kriegstänzen.

Bereits
seit der Antike
war der Schwerttanz ein bekannter ritueller Waffentanz und wurde
in der Hauptsache von jungen Männern ausgeführt, damit sie
sich
im Kampf erproben konnten (Quelle: Tacitus "Germania").
Die
aus
Griechenland
stammende Pyrrhiche war
ein Scheinkampf, der bereits von spartanischen Jungen in einem alter ab
5 Jahren eingeübt wurde, um die motorischen Kenntnisse zu
erweitern.
Er war ein Teil der Militärausbildung für junge Männer.
Kriegstänze
in Kreisform gibt es noch in der Türkei und auf dem Balkan. Sie
beinhalten
komplizierte Schritt und Sprungfolgen sowie
Geschicklichkeitsdemonstrationen.
Im
Mittelalter
gab es in Form von Zunfts- und Knappentänzen die sogenannten
Kettenschwerttänze
(Nürnberger Messerschmiede, England, Schottland, Baskenland,
Siebenbürgen,
Innviertel):
In
der
Kreisform
hält jeder Teilnehmer sein eigenes Schwert am Griff und das
Nachbarschwert
an der Spitze. Durch Brückenfiguren wird über die Schwerter
gesprungen
oder hindurchgekrochen. Sie können auch verschränkt werden
oder
mit Akrobatik und Pantomime ein dramatisches Schauspiel ergeben.
In
Anbetracht der
geschichtlichen Verwebung zwischen Morgenland und Abendland scheint es
eine verdeckte Tradition des Schwerttanzes zu geben, auch wenn sie in
heutiger
Zeit nicht mehr offen sichtbar ist.
Übrigens
ist
traditionell aus dem gefährlichen Schwerttanz nach und nach ein
Stocktanz
geworden, was für sämtliche Kulturen gilt.
Symbolgehalt
Kampf
und Geschlechtstrieb
darstellend
Verbindung:
Leben-Kraft-Erotik
(wie auch beim Stocktanz)
Imponiertänze
Kampf
der
Geschlechter
darstellend (bei Männern: nie mit Frau!)
Feindesabwehr
Kampf,
Abwehr von realen
und irrealen Gegnern(Geschicklichkeitsvorführung
Tapferkeits-
und Fitnessbeweis
Agrarsymbol(Als
Grundwerkzeug)
Fruchtbarkeitssymbol
(als Phallus)
Der
kleine Unterschied...
Der
Unterschied
zwischen Säbel und Schwert ist folgender:
Der
Säbel besitzt
eine krumme Klinge und ist eine "Zweihandwaffe", er wird also mit zwei
Händen geführt.
Das Schwert
hingegen
ist eine "Einhandwaffe" und besitzt eine gerade Klinge.
Kleidung
Häufig
Rock
und Überrock und Pumphose. Als Gürtel wird ein Schal mit
Perlenrand
er Münztücher benutzt.
Oberteil ist
ebenso
gestaltet. Empfohlen wird ein Kopftuch, damit der Säbel nicht vom
Haar rutschen kann.
Typische
Bewegungen
im Tanz
Die
Darstellung
erfolgt im allgemeinen auf zwei Arten:
1. Der
mystische
Tanz
2. Der
kriegerische
Tanz
- Schwert
in Achten
bewegen.
- diverse
Drehungen
- verschiedene
(Droh-)Posen
- Bodentanzelemente
- diverse
Balanceakte
- Schimmies,
Achten, Schieben,
Brustkorbheben, Kreise etc. sind möglich
- Präsentation
der
Waffe in alle Richtungen
Heute
wird
der
Säbeltanz/Schwerttanz im allgemeinen schnell zu einem
Geschicklichkeitstraining.
Getanzt wird zu jeglicher Musik, die gefällt, ob modern oder
volkstümlich.
Der Tanz kann sowohl als Gruppe, als auch Solo getanzt werden. Es gibt
ihn in männlicher und weiblicher Form.
Der
Einsatz der Waffe
findet zudem auch vermehrt im Tribal Dance statt.
Quellen:
1.
Wendy Buonaventura, "Die Schlange vom Nil", nur über
"Zweitausendeins",
6. Auflage 1997
2. CD-Rom:
"Microsoft Encarta Enzyklopädie Plus 2000", Microsoft, 2000,
Stichwort
"Amazonen"
3.
Seminar bei Amina/Augsburg, beim Bundesverband für orientalischen
Tanz e.V in Münster, 6/2000
4.
Nabila Shams el Din, "Spektrum orientalischer Tanz", 1. Auflage, nur
über Autorin: nabila@t-online.de, S. 140-142/Säbeltanz
5.
Curt Sachs, "Eine Weltgeschichte des Tanzes", Georg Olms Verlag 1976
6.
Artikel aus der WAZ vom 13.09.2000 "Archäologen entdecken Grab
einer
Gladiatorin". (Das Grab wurde
hiernach in London gefunden.)
Autorin
des Textes
ist: Constanza
E-Mail: constanza@bauchtaenzerin.de
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